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An erster Stelle Amerikaner
Thueringer Allgemeine
September 9, 2006

By Florian Gathmann

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Muslime in den USA bemuhen sich trotz vieler Anfeindungen um Integration und Anerkennung.

Der 11. September 2001 traf die Moslems in den USA besonders schwer. Denn mancher Amerikaner sieht seither im so genannten Krieg gegen den Terror einen Kampf gegen den Islam. Aber Amerikas Muslime haben diese Herausforderung angenommen. Dazu eine TA-Korrespondenz.


CHICAGO - Einige Maenner tragen Baseballmuetzen, manche verkehrt herum. Da sind welche in kurzen Hosen, andere in weit geschnittenen modischen Jeans. Viele kamen in Turnschuhen, die sie draussen abgelegt haben.

Waeren da nicht ein paar wenige Maenner in weissen Kutten, eine Handvoll Baertiger und jene mit moslemischen Gebetsmutzen, man koennte sich in einer Kirche waehnen. Allerdings wuerde sich dann wohl die Frage aufdraengen, wo die Frauen dieser Gemeinde sind.

Fuer sie ist auf dem dunkelblauen Teppich zwischen den strahlend weissen Waenden kein Platz. Denn Frauen duerfen in einer Moschee nicht mit den Maennern zusammen beten. Ihre Ehefrauen, Toechter und anderen weiblichen Verwandten haben sich eine Etage tiefer versammelt, im Kellergeschoss des neuen Gotteshauses von Orland Park, einem Vorort Chicagos. Vor sich eine grosse Leinwand und Lautsprecherboxen, ueber die sie den Worten und Gebeten der Maenner folgen koennen.

"Prayer Center of Orland Park" heisst die Moschee. Dr. Mohammed Krad ihr Erbauer. Glaeubiger Moslem und gleichzeitig Amerikaner sein ihre Devise.

Mohammed Krad hat acht Kinder. "Was ich jedem von ihnen beigebracht habe ist folgendes: Ihr seid an erster Stelle Amerikaner - egal, was im Nahen Osten geschieht." Denn Krad, 55, der einst als kleiner Junge mit seinen Eltern aus Syrien einwanderte, glaubt nach wie vor an dieses Land. "Ich halte die amerikanische Verfassung – nach den gesammelten Worten Gottes in Bibel, Tora und Koran – fuer das grossartigste Schriftstueck der Geschichte", sagt er. Trotz Bush, trotz des so genannten Krieges gegen den Terror, trotz aller Anfeindungen nach dem 11. September 2001. "Viele Menschen in den USA haben ihre Angst vor dem Fremden wieder entdeckt, darunter haben nun vor allem wir Muslime zu leiden", sagt Krad.

Was sich etwa 30 Meilen suedlich von Chicago aus dem Gruen der suburbanen Idylle erhebt, ist sein Argument dagegen. Eine gewaltige golden scheinende Kuppel, darunter mit blaeulichen Mosaiken verzierte Mauern – auf den ersten Blick steht da der Felsendom von Jerusalem an neuem Ort. Auf den zweiten ist die Kuppel nur gelb bemalt, die Reliefe lediglich angedeutet. Mohammed Krad ist dennoch stolz auf seine Moschee. 4,5 Millionen Dollar kostete sie samt modernster Technik im Inneren, alles aus Spenden finanziert, "und zwar ohne Geld aus dem Nahen Osten", wie der Bauherr betont.

Orland Park ist eine wohlhabende Gegend, und so sind es auch die meisten der Moslems, die hier beten. Aerzte wie Krad, Rechtsanwaelte, Geschaeftsleute. Der wohl wichtigste Unterschied zu den in Westeuropa lebenden Muslimen: In den USA gehoeren diese – was Bildung und Einkommen angeht – hauefig zur Elite. Der Oekonom Robert Kaestner von der University of Illinois in Chicago hat eben erst eine neue Studie mit entsprechenden Zahlen veroeffentlicht. "Ueber 50 Prozent der amerikanischen Moslems haben einen College-Abschluss", sagt Prof. Kaestner. Das ist deutlich mehr als im Rest der Gesellschaft.

Und es hilft: Beispielsweise gegen Intoleranz in der Gesellschaft. Als hysterische Anwohner in Orland Park eine Kampagne gegen den Bau der Moschee starteten, antworteten Krad und seine Glaubensbrueder ruhig und angemessen: Es gab ein offizielles Hearing, das die zustaendige Behoerde ueberzeugte. Ein gutes Jahr spaeter versammelte man sich hier bereits zum ersten Freitagsgebet.

Erfolgsgeschichten wie diese lassen Ahmed Rehab strahlen. Weil sie beweisen, dass Amerikas Muslime integrationsfaehig sind. Er selbst ist gleichsam ein Beispiel: Geboren in Aegypten und aufgewachsen in England, hatte Rehab anfangs Probleme in den USA. Doch er setzte sich durch, nach dem Studium arbeitete er einige Jahre bei einer grossen Unternehmensberatung. Inzwischen empfaengt er seine Gaeste in einem der weniger mondaenen Geschaeftsgebaeude von Downtown Chicago, aber sein kleines Buero ist dafuer umso gemuetlicher. Teppiche, islamische Stiche, viel dunkles Holz. Ahmed Rehab, gerade einmal 29 Jahre alt, leitet den oertlichen Council on Muslim-American Relations - CAIR ist die groesste Organisation der Moslems im Land.

Rehabs Strahlen waehrt allerdings nur kurz, der politische Alltag kehrt zurueck. "Wie kann der Praesident vom Kampf gegen die Islam-Faschisten sprechen?" Bushs Rhetorik, sein Ansatz gegenueber dem Nahen Osten richte fuer Amerikas Moslems grossen Schaden an, glaubt Rehab. "Aber wir lassen uns davon nicht entmutigen", sagt er. Integration erfolge durch Anerkennung, durch Leistung.

In der Moschee von Orland Park spricht der Imam an diesem Tag viel ueber Bildung. "Unterstuetzt Eure Kinder so gut Ihr koennt, damit sie lernen", sagt er, erst auf arabisch, dann auf englisch. Was nicht nur daran liegt, dass in diesen Tagen das neue amerikanische Schuljahr beginnt. Mohammed Krad glaubt, dass "Bildung der Schluessel zur Integration ist".

Nach mehreren Verbeugungen gen Osten ist das Freitagsgebet beendet, Menschen aller Hautfarben – zwischen schwarz und weiss – stroemen aus der Moschee. "Das ist hier ein bisschen wie die Vereinten Nationen", sagt Malik Ali. Der Unternehmer war Dr. Krads wichtigster Verbuendeter beim Bau des Gotteshauses, zwei ihrer Kinder sind miteinander verheiratet, das Verhaeltnis der beiden Familienvaeter ist innig. Ali, dessen Eltern vor vielen Jahrzehnten aus Palaestina einwanderten, ist in den USA geboren. "Ich bin wahrscheinlich der aelteste Amerikaner hier", sagt er und klingt dabei wie jeder andere hier Aufgewachsene.

Muhammed Krad ist die Seele der Moschee von Orland Park, Malik Ali deren Leitbild.


Copyright 2006, Thueringer Allgemeine





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